Anbieter: Brennerei Ehringhausen
Der kleine Lord N° 04
Beschreibung
Der kleine Lord N° 04 mit torfigem Rauch und Kirsche
Der kleine Lord N° 04 ist der rauchige unter den Lords, gereift in Sherry-, Islay-Whisky- und French-Oak-Fässern. Torfiger Rauch, Zartbitterschokolade und karamellisierte Kirsche bei 42 % vol. Ausgezeichnet als Korn des Jahres 2018.
Ein Kornbrand ist die kräftigere Verwandtschaft des Korns und muss mindestens 37,5 % vol mitbringen. Der N° 04 aus Werne liegt mit 42 % vol darüber und unterscheidet sich noch in einem zweiten Punkt von seinen Geschwistern: Hier arbeitet nicht Dinkel allein, sondern Getreide aus ökologischem Anbau, und die Fässer stammen aus drei sehr verschiedenen Welten.
Rauchig, würzig, kräftig
Schon der Duft macht klar, wohin die Reise geht. Torfiger Rauch steht vorn, dahinter Zartbitterschokolade und süße, karamellisierte Kirsche.
Am Gaumen wird er cremig und breit, das Mundgefühl trägt weit, und der Rauch bleibt lange, ohne aufdringlich zu werden. Cremig, aromatisch, gereift klingt er aus, mit einer dunklen Süße, die den Rauch abfedert.
Wer den N° 03 kennt, erlebt hier das Gegenteil. Dort Toffee und Ruhe, hier Lagerfeuer und Kirsche. Beide stammen aus demselben Keller, und genau das macht die Reihe interessant.
Ein Kornbrand mit Rauchnote ist im deutschen Sortiment eine Seltenheit, denn die Kategorie steht traditionell für Milde und Klarheit. Der N° 04 stellt sich quer, und zwar mit Absicht.
Was ein Islayfass mitbringt
Der Rauch kommt nicht aus dem Getreide, sondern aus dem Holz, denn auf Islay wird Malz traditionell über Torffeuer getrocknet.
Ein Whisky von dort trägt diesen Rauch in sich, und wenn er jahrelang in seinem Fass gelegen hat, bleibt ein Teil davon im Holz zurück. Wer anschließend Getreidebrand hineinfüllt, holt sich genau diese Note ins Fass, ohne selbst je Torf verbrannt zu haben.
Dazu kommen zwei Gegenspieler. Das Sherryfass liefert dunkle Frucht und die Kirschnote, die französische Eiche steuert feineres, würzigeres Tannin bei als amerikanisches Holz. Drei Fässer, drei Richtungen, und wie Georg die Anteile zusammenstellt, entscheidet am Ende über den Charakter der Abfüllung.
Korn des Jahres und Spirit of the Year
Der N° 04 ist der höchstdekorierte Brand des Hauses, gemessen an der Art der Titel.
2018 wurde er Korn des Jahres, 2020 folgte Spirit of the Year, 2022 kam Gold hinzu. Ein Sortentitel und ein Gesamttitel also, und das für einen Brand, den man in einer westfälischen Kornbrennerei so nicht vermutet hätte. Der Titel Korn des Jahres wiegt dabei besonders schwer, weil er die eigene Kategorie meint und nicht das offene Feld. Alle Achtung.
Gebrannt und eingelagert wird in Werne, wo die Familie seit 1962 arbeitet und wo Theres und Georg den Betrieb seit 2012 in dritter Generation führen. Den Namen trägt die Reihe nach dem Ururgroßvater, welcher neben Dinkel auch einen ganzen Eichenwald pflanzte.
Bei 16 bis 20 Grad, pur und langsam
Serviere ihn bei 16 bis 20 Grad im bauchigen Cognacglas, am besten als Digestif und ohne Eis.
Pur und ohne Begleitung macht dieser Kornbrand den Anfang, denn er braucht einen Moment, bis der Rauch sich setzt und die Kirsche nach vorn kommt. Danach verträgt er kräftige Gesellschaft, dunkle Schokolade mit Meersalz etwa, Trockenfrüchte oder einen gereiften Bergkäse. Auch neben einer Zigarre macht er eine Figur, falls das dein Abend ist. Wer den Einstieg sucht, beginnt besser beim N° 02, denn dieser hier hat eine klare Meinung. Das ganze Haus findest du im Sortiment der Brennerei Ehringhausen.
Torf im Kornglas. Man muss erst einmal darauf kommen.
Bio Kontrollstelle DE-ÖKO-005 – Deutsche Landwirtschaft



